Auch auf Asche klappt‘s – Erkenschwicks Serie hält im Westfalenpokal

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Auch auf Asche klappt‘s – Erkenschwicks Serie hält im Westfalenpokal

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„Erkenschwicka, fantastica“ – die rund 150 mitgereisten Fans unter den knapp 200 Zuschauern auf der Sportanlage Dickebank in Bochum-Wattenscheid hatten allen Grund zu feiern.
Mit einem 2:0 (0:0)-Erfolg beim Landesligisten Schwarz-Weiß 08 machte die Spvgg. Erkenschwick am Samstag den Einzug ins Viertelfinale des Westfalenpokals perfekt. Nächster Gegner: Der alte Erzrivale Preußen Münster. Wann das Spiel an der Hammer Straße ausgetragen wird, ist ungewiss. Das im Ergebnisportal fussball.de voreingestellte Datum (8.12.) dürfte nicht das endgültige sein.

Gefeiert wurde nicht nur die Mannschaft für einen konzentrierten Auftritt unter schwierigen Bedingungen, sondern auch Trainer David Sawatzki, dessen Pokal-Serie auf Kreis- und Verbandsebene damit weiter Bestand hat. Dass dazu ein langer Atem nötig sein würde, war dem 35-Jährigen bewusst gewesen.

Spiel auf Asche war wie eine Zigarette nach 10 Jahren Abstinenz
Denn dass das Pokal-Achtelfinale kurzfristig auf den kleinen Ascheplatz auf der Sportanlage Dickebank verlegt wurde, machte die Sache nicht leichter. Das Geläuf spielte natürlich den Gastgebern in die Karten. „Wann haben wir zuletzt auf Asche gespielt? Ich weiß es nicht“, so David Sawatzki. Der wollte nicht groß lamentieren, hatte aber eine plausible Erklärung dafür, warum es in den ersten 45 Minuten, die ohne große Torchancen hüben wie drüben verstrichen, nicht recht laufen wollte.

„Wir haben versucht zu spielen wie auf Rasen, das ging natürlich nicht. Letztlich war es so wie bei einem Nichtraucher, der nach zehn Jahren seine erste Zigarette anzündet“, so der Trainer weiter. „Da hustest du am Anfang auch. Aber nach dem zweiten, dritten Zug hast du dich wieder gewöhnt.“

Erkenschwicks Eingewöhnung war in der 47. Minute abgeschlossen, und sie hatte Stoff für weitere Storys geboten. Arian Schurwirth, erst nach der Pause eingewechselt, sprintete mit seinem ersten Ballkontakt in den Wattenscheider Strafraum und zog frech von halblinks ab. SW-Keeper Heiko Langenfeld konnte zwar noch parieren, den Abpraller drückte Finn Wortmann leicht mit der Stirn über die Linie zum 0:1 (47.). „Das war natürlich der passende Moment“, kommentierte David Sawatzki.

Der Traum-Start gab für die restlichen Minuten Sicherheit. Nur einmal musste Philipp Amft, der trotz Schulterverletzung überraschend das Spvgg.-Tor hütete, eingreifen (71.), ansonsten hatten die Schwarz-Roten auf einmal Torchancen für zwei Spiele, verzogen zum Teil überhastet oder hatten einfach nicht das Schussglück. Erst Jan Binias machte den Sack zu mit einem überlegten Flachschuss ins Eck (73.), wobei die Entstehung sehenswert war: Stefan Oerterer brachte das Rund von links an die rechte Kante des Wattenscheider Strafraums, der ebenfalls eingewechselte Moritz Isensee legte auf, und Binias nahm gekonnt Maß – so geht Fußball!

Schuwirth stößt die Tür zum Viertelfinale auf
Die bisweilen hitzige Partie war damit de facto entschieden, auch wenn sich die Gastgeber nicht aufgaben. Aber wirklich die Mittel, um eine klare Torchance herauszuspielen, besaß der Landesligist nicht mehr.

Die Vorfreude aufs das Traumlos im Pokal ist jetzt groß am Stimberg, natürlich auch bei einem jungen Spieler wie Arian Schuwirth. Selbst wenn der die gemeinsame Historie der „Schwicker“ und der Peußen, deren Rivalität Anfang der 50er-Jahre mit dem sogenannten 100.000-Mark-Sturm begann und folglich gut 70 Jahre andauert, nicht kennen kann: „So ein Spiel ist für jeden Fußballer ein Highlight“, weiß der Spieler, der mit seiner ersten Aktion überhaupt in Bochum-Wattenscheid das Tor zum Viertelfinale erst aufgestoßen hatte.

Quelle: Olaf Krimpmann / Stimberg-Zeitung

 SPIELSTATISTIK:

SW Wattenscheid 08 – Spvgg. Erkenschwick 0:2 (0:0)
Wattenscheid: Langenfeld -Kaplan, D. Schroven, Tegtmeier, Osei Assibey (22. Herrmann), Mosemann, J. Schroven, Simsek (78. Sinera), Forbes, Rappo, Dirsus – Trainer: Christian Möller
Spvgg.: Amft – Keysberg, Heine, Ovelhey (81. Kasak), Weßendorf – Gökdemir, Klakus (63. Isensee), Rottmann (46. Schuwirth), Binias, – Wortmann, Oerterer (90. + 1 Tottmann) – Trainer: David Sawatzki
Tore: 0:1 Finn Wortmann (47.), 0:2 Jan Binias (73.)
Schiedsrichter: Maik Koch (Gladbeck)
Zuschauer: 200 (Hartplatz Dickebank)
Gelb-Rote Karte: für Rosinho de Miranda (Wattenscheid) in der 73. Minute wegen Foulspiels