Auf einmal ist die Nummer 3 die Nummer 1

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Auf einmal ist die Nummer 3 die Nummer 1

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In die Saison gegangen war Florian Gabisch eigentlich mit einem einfachen Ziel: Sich ein wenig fit zu halten und am Sonntag entspannt mal ein Westfalenliga-Spiel zu schauen.
Das mit der Fitness hat hingehauen, das mit dem entspannten Fußball gucken nicht: Seit gut einer Woche ist Florian Gabisch die Nummer eins beim Westfalenligisten Spvgg. Erkenschwick. „Nie im Laben“ habe er damit gerechnet, sagt der 32-Jährige: „Aber es ist schon eine coole Sache, dass es so gekommen ist.“

Nicht dass der Schlussmann plötzlich aufmucken will: Dass nacheinander Philipp Amft und Sören Stauder ausfielen bei den Schwarz-Roten, hatte alle überrascht, den Trainer inklusive.„Also normalerweise geht man ja nicht mit drei Torhüter in die Hinrunde“, sagt David Sawatzki. „Jetzt sind wir alle froh, dass wir es gemacht haben.“

Keiner, der aufmuckt
Wann Amft (Muskelverletzung in der Schulter) und Stauder (Schleimbeutelentzündung im Arm) wieder auf dem Platz stehen werden, ist offen. Am Samstag im Westfalenpokal bei SW Wattenscheid 08 und am Sonntag darauf im Westfalenliga-Derby gegen TuS 05 Sinsen dürfte Florian Gabisch zwischen den Pfosten stehen. „Er macht seine Sache ja auch wirklich gut“, sagt Trainer Sawatzki. Vor allem: Gabisch sei einer, der nicht aufmucke, der keine Ansprüche stelle. Und: „Er hat ein gutes Standing in der Mannschaft.“

Was Gründe hat. Gabisch ist Ur-Erkenschwicker, hat in der Jugend stets das schwarz-rote Trikot getragen, bis in die A-Junioren Bundesliga. Nach einer ausbildungsbedingten Fußballpause und einem kurzen Intermezzo beim A-Ligisten DJK Grün-Weiß zog es den heute 32-Jährigen zurück zu seinem Stammverein, half in der letzten Spielzeit mal in der „Zweiten“ aus und hält sich beim wöchentlichen Torwarttraining unter Torwarttrainer Christian Kelm fit.

Foto: Da, wenn man ihn braucht: Florian Gabisch. © Olaf Krimpmann © Olaf Krimpmann
Stammkeeper war er aber nie, Gabischs Rolle war stets die des zweiten oder dritten Mannes. Eine Rolle, die er klaglos akzeptiert: „Ich kann mich ja schon selbst gut genug einschätzen“, sagt der Oer-Erkenschwicker, der berufsbedingt eigentlich nur einmal die Woche trainieren wollte in dieser Saison. Und er habe im Fußball einiges gelernt, etwa „dass zu einer Mannschaft nicht nur die 13, 14 Spieler gehören, die auf dem Platz stehen. Da gehören auch Trainer, Betreuer zu und Ersatzspieler.“

Bemerkenswert ist Gabisch‘ Combeback vor allem auch vor dem Hintergrund, als dass der selbstständige Versicherungskaufmann seit einem Jahr keine einzige Minute Spielpraxis sammeln konnte. In der Vorbereitung hielt sich der 32-Jährige zurück, als Amft und Stauder um den Stammplatz im Tor konkurrierten, machte kein einziges Testspiel.

„Neuenkirchen war ein dankbares Auftaktspiel“
Dann vor mehr als einer Woche dann die Diagnose: Nach Amft fällt auch Stauder aus, im Spiel gegen SuS Neuenkirchen musste also die Nummer drei ran. Und der machte seine Sache tadellos. „Ich kam natürlich in der Phase in die Mannschaft, als es lief“, so der Torhüter bescheiden. „und Neuenkirchen war auch ein dankbares Auftaktspiel für mich.“ Die Beschäftigung hielt sich beim 2:1-Erfolg in Grenzen – ganz im Gegensatz zum Spiel am letzten Sonntag in Emsdetten, wo es im Erkenschwicker Strafraum mehr als einmal brannte.

An den beiden Gegentreffern war Florian Gabisch schuldlos, rettete beim 3:2 in der Nachspielzeit mit einer Fußparade seinen Farben schließlich den Sieg – mehr geht nicht. „Auf ihn ist eben Verlass“, sagt auch Trainer David Sawatzki, der in Emsdetten – für den Fall der Fälle – A-Jugend-Torhüter Jakob Lücke auf der Bank sitzen hatte, die potenzielle Nummer vier in dieser Saison bei den Schwarz-Roten.

Quelle: Olaf Krimpmann / Stimberg-Zeitung

ESV-TORSCHÜTZEN 2021/2022:

Platz Name WL PS FS Gesamt
1 Stefan Oerterer 7 6 4 17
2 Jan Binias 5 2 7
3 Finn Wortmann 5 2 7
4 Moritz Isensee 2 1 1 4
5 Arian Phil Schuwirth 1 2 3
6 Skandar Soltane 1 2 3
Behman Sarikiz 1 2 3
8 Christian Warnat 2 2
9 Steffen Heine 1 1
10 Dzenan Pilica 1 1
11 Tom Rottmann 1 1
12 Andreas Ovelhey 1 1
Hakan Gökdemir 1 1
G E S A M T: 24 12 15 51

Abkürzungen: WL = Westfalenligaspiele PS = Pokalspiele FS = Freundschaftsspiele
Hinweise:
Bei Gesamttorgleichheit ist für die höhere Anzahl der Meisterschaftstore bzw. Pokaltore für die Platzierung entscheidend. Die Tore aus dem Elfmeterschießen gegen SV Schermbeck sind in dieser Statistik nicht berücksichtigt.